„…and Midian is where the monsters live…“

One of my favourite quotes comes from Clive Barker’s fantastic fairy tale about good and evil, about the struggle of minorities, the fear of the unknown and the horrible evil that is in us all:

To be able to fly? To be smoke? Or a wolf?
To know the night and live in it forever. That’s not so bad.
You call us monsters. But when you dream,
you dream off lying and changing…
and living without death.

In the early 90s was a time of orientation for me. Maybe that’s why I find it so difficult to identify with the later artworks. Danny Elfman became the most important composer for me at the time. So it was the study of his work that brought me to „Nightbreed“. At that time I had not yet realized the connection with Clive Barker, whose „Hellraiser“ I had already devoured again and again and which inspired my imagination. Both works belonged to the flickering narratives, which inspired me for the inseparable symbiosis between picture and sound, film and music. So you could say it was a crucial experience.

Nightbreed (Original 1990 Score)[Vinyl LP] has a very good quality and it is a pleasure to rediscover this classic. Again and again, I notice on LPs that you discover sounds and gimmicks in the music that you weren’t so much aware of before. This is either because of the scale of an LP or because of conscious listening, which is not always the case with a quick click in iTunes or on a CD.

In this case, there are also some fantastic artworks on the cover, inside the gatefold cover or on the „Supplement“. Besides the great music, the LP is a total work of art that takes you back to the golden times of the monster horror of Clive Barker. When you look at the director’s cut of the visually stunning, epic battle between good and evil, no wish remains unfulfilled.

Aus dem letzten Jahrtausend

Willkommen in Hawkins

Inzwischen dürfte es schwer werden, jemanden zu finden, der die Netflix Hit-Serie Stranger Things nicht kennt. Was? Du kennst sie nicht? Du hast gar kein Netflix? Du weißt gar nicht, was das ist? Egal. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Die Handlung ist schnell erklärt. Ein paar Dungeons & Dragons spielende Kids, eher Außenseiter in der kleinen Stadt Hawkins, halten zusammen wie Pech und Schwefel. Eines Tages ist einer von ihnen verschwunden. Man vermutet ein Gewaltverbrechen, und die Kids müssen mit dem Verlust klarkommen. Dann ist da noch die Familie des verschollenen Jungen, auch die müssen mit der Verzweiflung und Angst umgehen, sie könnten den Vermissten vielleicht nie wiedersehen.

Zuletzt ist da noch ein junges Mädchen, scheinbar ohne Namen und ohne Gedächtnis, das plötzlich in Hawkins auftaucht und von den Kindern versteckt wird. Wovor? Weshalb? Hat das eine mit dem anderen was zu tun? Und was ist das für ein Labor am Rande der Stadt?

Klar, ungenauer und – vielleicht – falscher hätte man die Ausgangssituation nicht beschreiben können. Aber ich will für alle neu zugeschalteten nicht zu viel verraten. Darum geht es gerade auch gar nicht. Es geht darum, wie Stranger Things uns etwas verloren geglaubtes wiedergegeben hat und uns – anders als die Remakes und Reboots dieser Zeit – das Gefühl gibt, nicht von der Zeit vergessen worden zu sein.

Früher war alles besser.

Hört man oft, oder? Hasst ihr diesen Satz nicht auch? Natürlich war früher nicht alles besser, nur eben anders. Klar, es gab kein Internet, kein Amazon, YouTube oder Streaming-TV, womit wir wieder bei Netflix wären. Das heißt aber nicht, dass wir nicht trotzdem alle zusammen Viewing-Partys und Binge Watching gemacht haben. Wir versammelten uns vor dem Videogerät – schwarzer Kasten, in den aufgerollte Magnetbänder rein kamen – und schauten uns Poltergeist, Explorers, Gremlins und das Werk Steven Spielbergs an. Ab und zu musste die Spurlage eingestellt werden, der Ton war meist Mono, und es gab auch schon mal Bandsalat. Bei geliehenen Videos musste man daran denken, sie zurückzuspulen, sonst konnte man sich auf eine Zusatzgebühr in der Videothek gefasst machen. Das waren noch Zeiten.

Ich bin nicht der Meinung, dass früher alles besser war. Das würde bedeuten, das heute alles schlechter ist. Das ist es nicht. Sicher, Geschmäcker ändern sich. Stile ändern sich. Vieles von dem, was man heute nicht ausstehen kann, hätte einen vor 30 Jahre echt vom Hocker gehauen. Aber auch heute gibt es noch Kult, gibt es noch Kunst und gibt es noch Träume.

Schlimm finde ich es, wenn man das Gefühl bekommt, dass alles ständig neu erfunden und verbessert werden muss. Ich meine, die wievielte Fassung von Spider-Man rast gerade über die Leinwand? Habt ihr nicht manchmal auch das Gefühl, das die Helden und Idole eurer Jugend mit Füßen getreten und als alter Hut abgehakt werden?

Rewind

Vielleicht ist es das, was Stranger Things so reizvoll macht. Die 80er-Jahre Optik, die Technik, die Fahrzeuge, die Filme, die Musik… Alles das bringt uns zurück in unsere Jugendzeit, entspricht sowohl der Welt, in der wir aufgewachsen sind, als auch der Welt, die wir mit Hilfe von Röhren-TV und Video erlebt haben. Auf einmal sind wir wieder auf dem Boden vor der Glotze, wo wir Indiana Jones, Zurück in die Zukunft, E.T. und Die Goonies verschlungen haben. Wir sehen Kids, die kein Smartphone und keine PlayStation haben und sich ihre Videospiele in der Spielhalle an Automaten reinziehen, bei denen die Bestenlisten immer nur für einen Automaten galten und nicht weltweit vernetzt waren. Dabei merken wir gar nicht, mit welch modernen Effekten die neuen 80er um die Ecke kommen.

Vielleicht gehört das alles zu dieser Null-Risiko-Strategie, die die Medienkonzerne heute fahren. Wir denken uns nichts Neues aus, sondern nehmen etwas, dass schon immer funktioniert hat. Nein, ich denke Stranger Things ist etwas ganz Neues, weil es diese Tricks nicht nötig hat. Man könnte jetzt sagen, dass in der Show nichts wirklich Neues vorkommt und alles schon mal da gewesen ist. Aber trifft das nicht auf alle Serien oder Filme zu? Mich freut es zu sehen, dass jemand die Zeiten, die wir vermissen, wieder auferstehen lässt. Noch mehr freut es mich, dass er damit soviel Erfolg hat.

Forward

Jede Ära hat ihre Sternstunden. Wann aber, ist etwas zeitlos? Wenn man es nicht auf eine bestimmte Epoche festlegen kann? Ich denke, es müsste eine Geschichte sein, die auch außerhalb ihrer Zeit funktioniert. So wie die Geschichten um Sherlock Holmes ohne das viktorianische England auskommen oder die Klassiker von William Shakespeare auch nach 500 Jahren noch ihr Publikum finden, so haucht eine Show wie Stranger Things den 80er-Jahren neues Leben ein, würde aber auch in unserer heutigen Zeit genauso gut wirken. Vielleicht dann eben – wie in Japan – mit Handys anstelle von Lichterketten.

Das Monster in uns…

In Bryan Bertinos Monster-In-The-House-Thriller mit dem bezeichnenden Titel THE MONSTER geht es um das zerrüttete Verhältnis der kleinen Lizzy (Ella Ballentine) zu ihrer Mutter Kathy (Zoe Kazan). Kathy ist die meiste Zeit mehr mit Rauchen, Trinken, Feiern und ihrem „neuen Typen“ beschäftigt als mit Lizzy. Auf dem Weg zu Lizzys Vater, Kathys Ex, bleiben sie mit dem Wagen liegen, nachdem sie einen Wolf angefahren haben. Doch diese oberflächlich lästige Situation im Leben der Beiden verwandelt sich schnell in einen beängstigenden Kampf ums Überleben.

“Meine Mami hat immer gesagt, Monster gibt es nicht…“

Nein, wir sind nicht in einem Seitenarm der ALIEN-Reihe gelandet, sondern in einem ganz eigenen Produkt, sofern man die zwanzigste Sorte Fassbrause noch als eigenes Produkt bezeichnen kann. Letztendlich gibt es nichts, was wir noch nicht gesehen haben, und teilweise sind die Zitate von Genre Klassikern alles andere als subtil. Dennoch liebe ich die Devise, besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht. Und gut „Klauen“ ist auch eine Kunst. Warum gelingt es diesem Streifen, der kein Klischee auslässt, so zu ängstigen und so zu erschrecken, als wäre er der erste Horrorfilm, den man je gesehen hat? Vielleicht liegt es daran, dass die modernen Scary-Movies, wie man sie ja heute nennen muss, alle gleich sind. Das Timing: immer das selbe. Die Kühlschranktür, hinter der sich dann doch kein Killer verbirgt, um in der nächsten Einstellung aus dem Mikrowellenherd, einem anderen Zimmer oder von der Decke auf das hilflose Opfer herzufallen: ein alter Hut. Die Schrecksekunde, die nur deswegen erschreckt, weil die Lautstärke plötzlich auf 400% aufgedreht und die Filmmusik durch den Knall eines Autounfalls ersetzt wird: langsam nervig. Erwartet niemand von euch bei jeder Unterhaltung-während-der-Fahrt-Szene den Laster, der unsere Protagonisten von der Seite rammt?

Ich denke, was THE MONSTER so unauffällig macht, ist seine handwerkliche Korrektheit und seine subtile Kreativität in den Kleinigkeiten, die neben den altbewährten Werkzeugen wie fliegenden Körperteilen und unscharfen Silhouetten im Hintergrund, den Nährboden für Furcht und Spannung bereiten.

Reden wir über das Kind

Neben zahlreichen leuchtenden Beispielen sind es immer wieder die abschreckenden Kinder in Hauptrollen, an die ich mich erinnere. Da sind die grässlichen Fratzen aus DAS OMEN oder STAR WARS – DIE DUNKLE BEDROHUNG, die mir den kalten Angstschweiß auf die Stirn treiben.

Ella Ballentine als Lizzy gehört für mich zu den rühmlichen Beispielen. Sie spielt die gut geschriebene Figur der Lizzy mit einer unaufdringlichen, kühlen Authentizität, die einen in die Gefühlswelt des Charakters eintauchen lässt, ohne dass sie fremd oder unlogisch wirkt. Es ist schön zu sehen, dass Kinder nicht immer als zickige Trotzköpfe oder superkluge Zyniker dargestellt werden.

Einmal Monster zum Anfassen bitte

Kommen wir zum Helden eines jeden Monsterfilms. Endlich gibt es mal wieder eine Kreatur aus Latex und Schleim anstelle von Bits und Bytes. Im Abspann habe ich den großen Alec Gillis als Special-Effects-Coordinator entdeckt. Das allein ist noch kein Garant, aber eine erstklassige Zutat. Es mag Leute geben, die sich über das Design oder die Visualisierung des Geschöpfes lustig machen. Die jedoch würde ich gerne mal im Dunkeln erleben, wenn sie sich einem solchen Spezialeffekt gegenübersehen. Eine DVD mit 3D-Modellen darauf hat sicher nicht den gleichen Effekt. CGI kommen an diesen Realismus nicht heran.

Das Tier Mensch

Eine ganze Weile dauert es, bis sich die beiden Hauptdarstellerinnen aus ihrer Lethargie befreien und sich auf ihr Menschsein besinnen, den Kampf ums Überleben in die eigenen Hände nehmen und nicht in ihrer Opferrolle verharren. Dieser Wandel ist ein weiterer Unterschied zum üblichen Hollywood-Brei, in dem Mütter ganz natürliche Terminatoren oder Robocops sind.

Kathy muss zugleich gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen, mit der Aufgabe einer alleinerziehenden Mutter umgehen und ihre Beziehung zu einem ähnlich kaputten Mann pflegen. Über den Verlauf des Films lernen wir nicht, sie besser zu verstehen. Das wird vorausgesetzt und, wer nicht ganz borniert ist, kann es. Aber wir lernen sie kennen und was noch wichtiger ist, Lizzy lernt sie kennen und verstehen, sie erkennt, dass Kathy ihre einzige und wahre Mutter ist, die niemand ersetzen kann.

Es gibt sie…

Nicht nur die Monster, sondern auch die liebevollen Monsterfilme. Ein Kleinod in einem viel zu sehr vernachlässigten Genre.

Gods and Monsters

Sorry for the corny title. But I think it is corny because it fits… so often. By the way, this post may contain SPOILERS. So, don’t read if you haven’t seen the movie GODS OF EGYPT and still want to be surprised.

Having said that, you might find it difficult to find any surprises within this flick. The reasons why GODS OF EGYPT failed with critics and viewers are obvious. The characters have little depth, the effects are too massive to support the B-movie-flair. But if you strip away expectations of another „Mummy“ (the 1999 instalment of course) and the epic politics of the „Underworld“ movies, you might find some enjoyment in things that became very rare during the age of industrially produced block-buster-features.

„Death Is Only The Beginning…“

Countless deaths mark Set’s trail in this film. But in the end, all the heroic figures can be saved thanks to Set’s own reign of chaos. While he turns heaven and hell upside down he – somehow – makes the return of all the gods slain in his path possible. I’m not quite sure why, but it is refreshing to see that old „heroic-sacrifice“ crap go to the dogs. I don’t know if you feel the same way if I am insane or something like that but I want my happy ending. I don’t want to see the heroes, I suffered from for 2 hours, perish for a greater good. That is more realistic you say? Well, if I want realism, I go to work and don’t watch a movie about Egyptian gods fighting each other.

“God of The Impossible…“

But let’s talk about the music. I often wondered what fascinates me the most about the music of Marco Beltrami. Listening to GODS OF EGYPT I get the feeling, Jerry Goldsmith is still alive and still evolving. This is no copy or poor imitation of the great master’s work, it is his teachings and legacy living on. Marco’s soundscape is movies as they should be, the sound of a golden age.

I also love the classic nuances of „old-Egyptian-stories“ and their music no matter if it was created by Alex North, Jerry Goldsmith, David Arnold or Marco Beltrami.

“I, Robot…“

Now we know, the Egyptian gods weren’t aliens at all. They were transformers and smoking hot ones, too. I really cherish the way CGI creatures move. As much as I love practical effects, the movement of animated humanoids is so cool. On a personal note, I want to say, that no CGI buddy beats the Aliens and Predators made of real foam and rubber out there.

“No Harm Ever Came from Reading A Book?“

Whoever is responsible for the final cut of GODS OF EGYPT probably tried to learn from Evy’s mistake in „The Mummy“ and didn’t bother with literature, history, technique and stuff. I don’t blame the writers because we all know that producers and marketers have the real power over a motion-picture these days and frequently manage to mutilate one beyond recognition unless there is some Spielberg or Kubrick standing in their way.

This movie really has it all: cheap jokes, plot holes, continuity flaws and a campy story beyond reason. I want to mention though that the latter is a fountain of enjoyment for me. If you compare it to some of the – so-called – big hits like „The Phantom Menace“, „Man of Steel“, „Transformers“ or anything else from director-imposter Michael Bay, it really is not that bad.

Gerard Butler…

…my hero. I love him.

All in all there are worse ways to waste your time. Watch the movie, listen to the beautiful music and enjoy the cool CGI-Gods brawling.

V’Ger Speaks

I grew up with Star Trek and so it became my definition auf Science-Fiction. Over the years, even decades, I established my personal philosophy of what Science-Fiction means to me. Although totally unrelated to a certain franchise Star Trek still fits all criteria. The pre-J.J. Abrams Start Trek that is.

And then there’s my fascination and love for film music. Trying to keep up with what is trending and what is not, I listened closely to what was happening beyond the images on the screen. But today I have my own concept of what is right, what is mediocre, and what is wrong to me in that field, too.

During the past decade the vast variety of composers I called favourites was reduced to a few, and one shining example always stands out; Jerry Goldsmith. For me he was the most talented, the most versatile and most professional composer of all time. Some of his works define an age, a genre or a franchise.

Jerry Goldsmith is Star Trek, Star Trek is Science-Fiction and both of them are as close to me as any member of my family or friend can ever be.

Have you ever imagined what rock music would be without The Beatles or Queen? Have you ever wondered what books would be without The Bible or Stephen King or what movies would be without Billy Wilder or Steven Spielberg? It would be the same with film music without Jerry Goldsmith or Star Trek without Jerry Goldsmith.

La-La Land Records built a monument to honor his talent and accidentally, they built a monument for my life with a record that combines sound, class and emotion.

By the time you reach „The Meld“ on side D you might have experienced every emotional state possible and you’ll definitely start for the adventure again.

Turntable with La-La Land Start Trek Record

“Und nun die Prophezeiung…“

Wann immer ich eine erhobene Hand mit gespreizten Fingern sehe sind es diese Worte, die mir in den Sinn kommen. Es gibt Erinnerungen, so wie jede Szene aus „Der Weiße Hai“ oder „Poltergeist“, die sich so fest in mein Gedächtnis eingenistet haben wie ein Verkehrszeichen oder der Geschmack von Honig oder Kakao im Kindergarten oder die Stimme meines Seelenverwandten.

Aber halt, ich muss vorne beginnen. In der Geburtsstadt meines Vaters gab es ein kleines Kino. Schaukästen bildeten die gesamte Front. Dahinter führten kurze Treppen in den schummrigen Vorraum. Dessen gesamte Rückwand war eine einzige Pinnwand für Poster und Fotos. Diese Wand anzuschauen hat mich als Kind schon fasziniert, bevor ich meinen ersten Film im Kino gesehen hatte. Rechts und links neben dieser Wand gab es Durchgänge mit schweren, dunkelroten Vorhängen. Für mich, der damals noch keine 10 Jahre alt war, waren diese Vorhänge unendlich schwer und mysteriös.

In der linken Ecke dieses Vorraums war die Kasse, das klassische „Box Office“. Ein winziges Zimmer. Die obere Hälfte der Wand war aus Glas und ein kleines Loch diente dem Austausch von Geld, Eintrittskarten, Süßigkeiten und Getränken. Ein winziger Raum voller Wunder und Kostbarkeiten. Auch wusste ich damals noch nicht, dass über meinem Kopf zwei höllische, mit Gas gefüllte Maschinen knatterten, die ein Licht erzeugten, das der Sonne selbst alle Ehre gemacht hätte.

Aber wieder zurück zum Thema. Ich tigerte meinem älteren Bruder hinterher, als dieser eine seiner geliebten Unterhaltungen mit dem Inhaber des Kinos führte. Worum es ging, das habe ich vergessen. Vielleicht wusste ich es aber auch nie, denn ich lauschte nicht dem Gespräch, sondern dem polternden Sound, der grollend und verwaschen durch den schweren Vorhang drang. Dieses kleine Kino war eines der ersten, die bereits mit Dolby Stereo ausgerüstet waren, dessen „Daten“ von einer optischen Spur des Films von einem Fotoempfänger gelesen wurden. Aber ich schweife schon wieder ab.

Als mein Bruder einen Blick in den Saal des Lichtspielhauses riskierte, stahl ich mich hinter ihn und schaute ebenfalls hinein. Am Ende der Dunkelheit konnte ich die vermeintliche Quelle des Getöses erkennen. Eine grelle Landschaft aus Sand, so viel Sand. Und dann erhob sich eine gewaltige Bestie aus diesem Sand. Noch nie hatte ich so etwas beängstigendes und zugleich fantastisches gesehen.

Ich weiß nicht, wieviel von dieser Erinnerung tatsächlich so stattgefunden hat und was ich mir mit dem Wissen und der Leidenschaft von heute ausmale. Ich möchte gerne glauben, dass dieser Moment die wahre Geburtsstunde meiner Leidenschaft für das Kino war.

David Lynchs Auftragsarbeit „DUNE“ begegnete mir immer wieder. Baron Harkonnen war der erste Filmbösewicht, für den ich so viel Abscheu und Hass empfand, das ich ihn geradezu fürchtete. Wenn wir uns zu Hause die Super 8 Ausgabe des Films ansahen, jetzt Jahre später, versuchte ich bei den Szenen mit ihm wegzuschauen. Aber dafür war meine Faszination für dieses grausige Monster zu groß.

Schon damals waren es die unsäglichen Streitereien zwischen den marketing-orientierten Produzenten und den Kreativen, die ein gewaltiges Projekt, wie den Wüstenplaneten, durch den Kakao geradewegs in den Dreck zogen. Ich bin aber froh, dass ich nicht der einzige bin, für den das Werk heute Kultstatus genießt, so schräg und unperfekt es auch immer sein mag.

Umso mehr freut es mich, dass die Alan Smithee Variante des Werks auf der Blu-ray von Schröder Media eine gute Behandlung erfährt. Und auch wenn David Lynch heute nichts mehr von seinem Meisterwerk aus den 80ern wissen will, so ist es für mich in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein, ein Muss, ein Meisterwerk, ein Grund mit Wehmut und Stolz auf all die Seelen zu blicken, die uns inzwischen verlassen haben und die wir – auch wegen unserer gemeinsamen Reise nach Arrakis – nie vergessen werden…

In Erinnerung an Frank Herbert, Leonardo Cimino, José Ferrer, Richard Jordan, Silvana Mangano, Kenneth McMillan, Jack Nance, Paul L. Smith, Jacqueline Voltaire, Dino De Laurentiis, Freddie Francis, Antony Gibbs, Anthony Masters, Carlo Rambaldi, Allyn Ferguson, Fergie Frederiksen und all jene, die ich ungerechterweise jetzt ausgelassen habe.

…you live in the world you choose…

I’m often amazed by the unlikely places to find inspiration and motivation. A couple of years ago, I saw an underground werewolf movie called „Dark Moon Rising“. I later learned of more titles for that flick depending on region of distribution and medium. But that is not really important.

I liked the movie because of its characters and view on the world. As admirer of movie music, I like to sharpen my ears for the music between the usual compilation of songs and source music. But watching this feature, I just couldn’t help but pay attention to the songs that seemed so fitting, so perfectly chosen.

Reading the movies credits, I realized that most of the songs were written by the same artist, singer and songwriter Geoff Gibbons. I dug a little deeper and found his work on iTunes, including the fascinating compilation for the movie I’d just seen.

Since then Geoff’s songs have guided me on many journeys and helped me out of the mists of bleakest thoughts more than once. His themes and stories are so authentic to me, I feel save and sound listening to them. His melodies from thoughtful to joyful get to me every time and it’s always a different song touching my heart the most.

I’d like to see Geoff Gibbons‘ records as poetry of our time, and I’m grateful that they found their way to me to make my life a bit more worth living. That goes for the messages as well as for the melodies.

 

“….ich mag zwar synthetisch sein, aber ich bin nicht blöde…“

Sagt Bishop in Aliens, oder zumindest so ähnlich. Das fantastische Album ist auf CD auch synthetisch, aber nicht blöde. Wie auch immer, es sind die „nicht-synthetischen“, die wahres Heldentum zeigen.

Aliens fügt sich nahtlos in das Werk James Horners ein. Gemeinsam mit einem atemberaubenden Film entsteht daraus eine Legende. „Bishop’s Countdown“ ist dabei nur ein besonders bemerkenswerter Teil des Ganzen.

Qualitativ und inhaltlich geniale Veröffentlichungen, wie diese, lassen das Herz des Soundtrack Sammlers höher schlagen. Lediglich der Preis hat eine eher ungesund Blutdruck steigernde Wirkung.

Dennoch, geht es um ein Album wie dieses, ist der Preis wohl das kleinste Kriterium. Ein Denkmal für einen der größten und viel zu wenig beachteten Komponisten unserer Zeit. Er wird schmerzlich vermisst.

Aliens (2lp/180g/Bonustracks) [Vinyl LP]

“…und in Midian leben die Monster…“

Eines meiner liebsten Zitate stammt aus Clive Barker’s fantastischem Märchen über Gut und Böse, über den Kampf der Minderheiten, der Angst vor dem Unbekannten und dem abscheulichen Übel, dass in uns allen steckt:

To be able to fly? To be smoke? Or a wolf?
To know the night and live in it forever. That’s not so bad.
You call us monsters. But when you dream,
you dream off lying and changing…
and living without death.

Anfang der 90er Jahre war für mich eine Zeit der Orientierung. Vielleicht fällt es mir daher so schwer, mich mit den Kunstwerken der Zeit danach zu identifizieren. Danny Elfman wurde damals für mich zum bedeutendsten Komponisten überhaupt. So war es das Studium seines Werks, dass mich zu „Nightbreed“ brachte. Damals hatte ich noch nicht die Verbindung mit Clive Barker erkannt, dessen „Hellraiser“ ich bereits wieder und wieder verschlungen hatte und der meine Fantasie beflügelte. Beide Werke gehörten zu den flimmernden Erzählungen, welche mich für die untrennbare Symbiose zwischen Bild und Ton, Film und Musik begeisterten. Man könnte also sagen, es handelte sich um ein Schlüsselerlebnis.

Nightbreed (Original 1990 Score) [Vinyl LP] hat eine sehr gute Qualität und es ist eine Freude, diesen Klassiker damit neu zu entdecken. Immer wieder fällt mir an LPs auf, dass man Klänge und Kniffe in der Musik entdeckt, die einem vorher nicht so bewusst waren. Das liegt entweder and dem Volumen einer LP oder an dem bewussten Hören, das bei einem flinken Klick in iTunes oder auf CD nicht immer gegeben ist.

Dazu kommen in diesem Fall einige fantastische Artworks, auf Cover, im Inneren des Gatefold Covers oder auf der „Beilage“. Neben der großartigen Musik ist die LP ein Gesamtkunstwerk, dass einen in die goldenen Zeiten des Monster Horrors des Clive Barker zurückversetzt. Wenn man sich dazu noch den Director’s Cut der bildgewaltigen, epischen Schlacht zwischen Gut und Böse anschaut, bleibt kein Wunsch offen.