Das Monster in uns…

In Bryan Bertinos Monster-In-The-House-Thriller mit dem bezeichnenden Titel THE MONSTER geht es um das zerrüttete Verhältnis der kleinen Lizzy (Ella Ballentine) zu ihrer Mutter Kathy (Zoe Kazan). Kathy ist die meiste Zeit mehr mit Rauchen, Trinken, Feiern und ihrem „neuen Typen“ beschäftigt als mit Lizzy. Auf dem Weg zu Lizzys Vater, Kathys Ex, bleiben sie mit dem Wagen liegen, nachdem sie einen Wolf angefahren haben. Doch diese oberflächlich lästige Situation im Leben der Beiden verwandelt sich schnell in einen beängstigenden Kampf ums Überleben.

“Meine Mami hat immer gesagt, Monster gibt es nicht…“

Nein, wir sind nicht in einem Seitenarm der ALIEN-Reihe gelandet, sondern in einem ganz eigenen Produkt, sofern man die zwanzigste Sorte Fassbrause noch als eigenes Produkt bezeichnen kann. Letztendlich gibt es nichts, was wir noch nicht gesehen haben, und teilweise sind die Zitate von Genre Klassikern alles andere als subtil. Dennoch liebe ich die Devise, besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht. Und gut „Klauen“ ist auch eine Kunst. Warum gelingt es diesem Streifen, der kein Klischee auslässt, so zu ängstigen und so zu erschrecken, als wäre er der erste Horrorfilm, den man je gesehen hat? Vielleicht liegt es daran, dass die modernen Scary-Movies, wie man sie ja heute nennen muss, alle gleich sind. Das Timing: immer das selbe. Die Kühlschranktür, hinter der sich dann doch kein Killer verbirgt, um in der nächsten Einstellung aus dem Mikrowellenherd, einem anderen Zimmer oder von der Decke auf das hilflose Opfer herzufallen: ein alter Hut. Die Schrecksekunde, die nur deswegen erschreckt, weil die Lautstärke plötzlich auf 400% aufgedreht und die Filmmusik durch den Knall eines Autounfalls ersetzt wird: langsam nervig. Erwartet niemand von euch bei jeder Unterhaltung-während-der-Fahrt-Szene den Laster, der unsere Protagonisten von der Seite rammt?

Ich denke, was THE MONSTER so unauffällig macht, ist seine handwerkliche Korrektheit und seine subtile Kreativität in den Kleinigkeiten, die neben den altbewährten Werkzeugen wie fliegenden Körperteilen und unscharfen Silhouetten im Hintergrund, den Nährboden für Furcht und Spannung bereiten.

Reden wir über das Kind

Neben zahlreichen leuchtenden Beispielen sind es immer wieder die abschreckenden Kinder in Hauptrollen, an die ich mich erinnere. Da sind die grässlichen Fratzen aus DAS OMEN oder STAR WARS – DIE DUNKLE BEDROHUNG, die mir den kalten Angstschweiß auf die Stirn treiben.

Ella Ballentine als Lizzy gehört für mich zu den rühmlichen Beispielen. Sie spielt die gut geschriebene Figur der Lizzy mit einer unaufdringlichen, kühlen Authentizität, die einen in die Gefühlswelt des Charakters eintauchen lässt, ohne dass sie fremd oder unlogisch wirkt. Es ist schön zu sehen, dass Kinder nicht immer als zickige Trotzköpfe oder superkluge Zyniker dargestellt werden.

Einmal Monster zum Anfassen bitte

Kommen wir zum Helden eines jeden Monsterfilms. Endlich gibt es mal wieder eine Kreatur aus Latex und Schleim anstelle von Bits und Bytes. Im Abspann habe ich den großen Alec Gillis als Special-Effects-Coordinator entdeckt. Das allein ist noch kein Garant, aber eine erstklassige Zutat. Es mag Leute geben, die sich über das Design oder die Visualisierung des Geschöpfes lustig machen. Die jedoch würde ich gerne mal im Dunkeln erleben, wenn sie sich einem solchen Spezialeffekt gegenübersehen. Eine DVD mit 3D-Modellen darauf hat sicher nicht den gleichen Effekt. CGI kommen an diesen Realismus nicht heran.

Das Tier Mensch

Eine ganze Weile dauert es, bis sich die beiden Hauptdarstellerinnen aus ihrer Lethargie befreien und sich auf ihr Menschsein besinnen, den Kampf ums Überleben in die eigenen Hände nehmen und nicht in ihrer Opferrolle verharren. Dieser Wandel ist ein weiterer Unterschied zum üblichen Hollywood-Brei, in dem Mütter ganz natürliche Terminatoren oder Robocops sind.

Kathy muss zugleich gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen, mit der Aufgabe einer alleinerziehenden Mutter umgehen und ihre Beziehung zu einem ähnlich kaputten Mann pflegen. Über den Verlauf des Films lernen wir nicht, sie besser zu verstehen. Das wird vorausgesetzt und, wer nicht ganz borniert ist, kann es. Aber wir lernen sie kennen und was noch wichtiger ist, Lizzy lernt sie kennen und verstehen, sie erkennt, dass Kathy ihre einzige und wahre Mutter ist, die niemand ersetzen kann.

Es gibt sie…

Nicht nur die Monster, sondern auch die liebevollen Monsterfilme. Ein Kleinod in einem viel zu sehr vernachlässigten Genre.

Gods and Monsters

Sorry for the corny title. But I think it is corny because it fits… so often. By the way, this post may contain SPOILERS. So, don’t read if you haven’t seen the movie GODS OF EGYPT and still want to be surprised.

Having said that, you might find it difficult to find any surprises within this flick. The reasons why GODS OF EGYPT failed with critics and viewers are obvious. The characters have little depth, the effects are too massive to support the B-movie-flair. But if you strip away expectations of another „Mummy“ (the 1999 instalment of course) and the epic politics of the „Underworld“ movies, you might find some enjoyment in things that became very rare during the age of industrially produced block-buster-features.

„Death Is Only The Beginning…“

Countless deaths mark Set’s trail in this film. But in the end, all the heroic figures can be saved thanks to Set’s own reign of chaos. While he turns heaven and hell upside down he – somehow – makes the return of all the gods slain in his path possible. I’m not quite sure why, but it is refreshing to see that old „heroic-sacrifice“ crap go to the dogs. I don’t know if you feel the same way if I am insane or something like that but I want my happy ending. I don’t want to see the heroes, I suffered from for 2 hours, perish for a greater good. That is more realistic you say? Well, if I want realism, I go to work and don’t watch a movie about Egyptian gods fighting each other.

“God of The Impossible…“

But let’s talk about the music. I often wondered what fascinates me the most about the music of Marco Beltrami. Listening to GODS OF EGYPT I get the feeling, Jerry Goldsmith is still alive and still evolving. This is no copy or poor imitation of the great master’s work, it is his teachings and legacy living on. Marco’s soundscape is movies as they should be, the sound of a golden age.

I also love the classic nuances of „old-Egyptian-stories“ and their music no matter if it was created by Alex North, Jerry Goldsmith, David Arnold or Marco Beltrami.

“I, Robot…“

Now we know, the Egyptian gods weren’t aliens at all. They were transformers and smoking hot ones, too. I really cherish the way CGI creatures move. As much as I love practical effects, the movement of animated humanoids is so cool. On a personal note, I want to say, that no CGI buddy beats the Aliens and Predators made of real foam and rubber out there.

“No Harm Ever Came from Reading A Book?“

Whoever is responsible for the final cut of GODS OF EGYPT probably tried to learn from Evy’s mistake in „The Mummy“ and didn’t bother with literature, history, technique and stuff. I don’t blame the writers because we all know that producers and marketers have the real power over a motion-picture these days and frequently manage to mutilate one beyond recognition unless there is some Spielberg or Kubrick standing in their way.

This movie really has it all: cheap jokes, plot holes, continuity flaws and a campy story beyond reason. I want to mention though that the latter is a fountain of enjoyment for me. If you compare it to some of the – so-called – big hits like „The Phantom Menace“, „Man of Steel“, „Transformers“ or anything else from director-imposter Michael Bay, it really is not that bad.

Gerard Butler…

…my hero. I love him.

All in all there are worse ways to waste your time. Watch the movie, listen to the beautiful music and enjoy the cool CGI-Gods brawling.

“…und in Midian leben die Monster…“

Eines meiner liebsten Zitate stammt aus Clive Barker’s fantastischem Märchen über Gut und Böse, über den Kampf der Minderheiten, der Angst vor dem Unbekannten und dem abscheulichen Übel, dass in uns allen steckt:

To be able to fly? To be smoke? Or a wolf?
To know the night and live in it forever. That’s not so bad.
You call us monsters. But when you dream,
you dream off lying and changing…
and living without death.

Anfang der 90er Jahre war für mich eine Zeit der Orientierung. Vielleicht fällt es mir daher so schwer, mich mit den Kunstwerken der Zeit danach zu identifizieren. Danny Elfman wurde damals für mich zum bedeutendsten Komponisten überhaupt. So war es das Studium seines Werks, dass mich zu „Nightbreed“ brachte. Damals hatte ich noch nicht die Verbindung mit Clive Barker erkannt, dessen „Hellraiser“ ich bereits wieder und wieder verschlungen hatte und der meine Fantasie beflügelte. Beide Werke gehörten zu den flimmernden Erzählungen, welche mich für die untrennbare Symbiose zwischen Bild und Ton, Film und Musik begeisterten. Man könnte also sagen, es handelte sich um ein Schlüsselerlebnis.

Nightbreed (Original 1990 Score) [Vinyl LP] hat eine sehr gute Qualität und es ist eine Freude, diesen Klassiker damit neu zu entdecken. Immer wieder fällt mir an LPs auf, dass man Klänge und Kniffe in der Musik entdeckt, die einem vorher nicht so bewusst waren. Das liegt entweder and dem Volumen einer LP oder an dem bewussten Hören, das bei einem flinken Klick in iTunes oder auf CD nicht immer gegeben ist.

Dazu kommen in diesem Fall einige fantastische Artworks, auf Cover, im Inneren des Gatefold Covers oder auf der „Beilage“. Neben der großartigen Musik ist die LP ein Gesamtkunstwerk, dass einen in die goldenen Zeiten des Monster Horrors des Clive Barker zurückversetzt. Wenn man sich dazu noch den Director’s Cut der bildgewaltigen, epischen Schlacht zwischen Gut und Böse anschaut, bleibt kein Wunsch offen.